Teilnehmer*innen rekrutieren


Rekrutierung der jungen Teilnehmer*innen


Ohne Teilnehmer*innen kein Partizipationsprojekt. Die Rekrutierung ist oftmals eine der zeitaufwändigsten Aufgaben in einem Partizipationsprojekt – und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die Rekrutierung für Online-Partizipationsaktivitäten einfacher ist als die Offline-Rekrutierung. Es muss jedoch nicht unbedingt immer ein „Killerprojekt“ entworfen werden.

Zunächst einmal musst du eine Rekrutierungsstrategie erstellen. Du hast bereits die jungen Menschen identifiziert, die du einladen möchtest, an dem Projekt teilzunehmen. Der Kasten unten enthält eine Auswahl an Methoden, die häufig in Partizipationsprojekten zum Einsatz kommen. Wirf einen Blick darauf und wähl die Methoden, die für dein Projekt und dein Land am besten geeignet sind.

 


Vorschläge für Offline- und Online-Rekrutierungsmethoden

Persönliche Rekrutierung

Obwohl dein Projekt teilweise online stattfindet, ist es erfahrungsgemäß am Besten, junge Menschen persönlich zu treffen, um sie zu rekrutieren, auf ein Projekt aufmerksam zu machen und ihr Interesse für das Projekt zu wecken. Ein Möglichkeit besteht dabei darin, die Jugendlichen dort zu treffen, wo sie sich sowieso aufhalten und das Projekt vorzustellen: Zum Beispiel in Schulen sowie Jugend- und Sportvereinen. Falls du Jugendbotschafter*innen hast, kann es hilfreich sein, sie in solche Besuche einzubeziehen, insbesondere wenn du selbst kein ganz junger Hüpfer mehr bist. Die Jugendbotschafter*innen können den jungen Menschen auf Augenhöhe verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass sie ihrer Meinung eine Stimme verleihen und sich an dem Projekt beteiligen. Oder du fragst deine Unterstützer*innen mit Entscheidungsbefugnis, ob diese dich begleiten. So wird den jungen Teilnehmer*innen vermittelt, dass die Entscheidungsträger*innen ernsthaft an ihren Meinungen interessiert sind. 

 

Peer-to-Peer-Ansatz

Diese Methode ähnelt der Schneeball-Methode und funktioniert so: Die Jugendbotschafter*innen laden andere Jugendliche aus ihrem Netzwerk zur Teilnahme ein; diese rekrutieren dann wiederum Jugendliche aus ihrem Netzwerk und so weiter.  

 

Einladungsschreiben

Im Kontext von ePartizipation klingt diese Methode womöglich altmodisch. Wenn jedoch eine Einladung mit deinem Namen in ihrem Briefkasten liegt, denken die Empfänger*innen häufig, dass es sich um etwas Besonderes handelt, und sie nehmen die Einladung ernster. Du kannst natürlich auch eine E-Mail schicken, aber die Einladung kann in einem bereits überfüllten Posteingang leicht übersehen werden. Um diese Methode anwenden zu können, musst du natürlich Zugriff auf einen Adressenverzeichnis haben. Wie du auf einen solchen Datensatz zugreifen kannst und ihn erhälst, hängt erneut stark davon ab, in welchem Land du lebst: In einigen Ländern kannst du die Adressen beim Meldeamt erhalten. Oder du kaufst die Adressen bei einem Marktforschungsunternehmen. 

 

Telefonische Rekrutierung

Diese Methode ähnelt der vorherigen Methode. Anstatt ein Einladungsschreiben zu verschicken, ruf die jungen Menschen jedoch an. 

 

Soziale Medien und Website

Du kannst Jugendliche durch Online-Werbung und offene Einladungen dazu auffordern, an deinem Projekt teilzunehmen. Auch hier könnten deine Jugendbotschafter*innen eine wichtige Rolle spielen, da sie höchstwahrscheinlich Mitglied in Facebook-Gruppen und dergleichen sind, wo sie die Projektwerbung teilen können. Schau dir hierzu auch den Tipp Verfassen Sie eine Kommunikationsstrategie, um öffentlich sichtbar zu sein an!   


Falls dein Projekt über mehrere Monate läuft, ist die Rekrutierung keine einmalige Angelegenheit. In diesem Fall findet sie kontinuierlich statt. Du musst dann jedoch entscheiden, ob es wichtig ist, während des gesamten Prozesses mit derselben Personengruppe zu arbeiten, was nicht unbedingt der Fall sein muss.

Wenn es für die Legitimität deines Projekts wichtig ist, dass die Teilnehmer*innen eine vielfältige und repräsentative Gruppe Jugendlicher abbilden, musst du die demografische Daten erfassen. Diese Datenerfassung kann jedoch nicht auf der OPIN-Plattform durchgeführt werden, da hier bei der Registrierung nur ein Minimum an Daten abgefragt wird. Lies also zunächst einmal den Tipp Privatsphäre und Datenschutz: OPIN ist ein sicherer Ort! Ob du Vielfalt (Mischung von Meinungen und Erfahrungen) oder Repräsentativität (statistische Bevölkerungsstichprobe) anstreben solltest, hängt stark davon ab, wo du dich in deinem Prozess befindest. Wenn du dich in den frühen Phasen deines Projekts befindest und Beiträge sammelst, ist Vielfalt wichtig. Wenn du dich in den fortgeschrittenen Phasen deines Projekts befindest und beispielsweise für unterschiedliche politische Optionen stimmst, solltest du Repräsentativität anstreben. So oder so: Die Methode zur Auswahl der Teilnehmer*innen ist identisch.

Die Erfassung demografischer Daten sollte erfolgen, wenn sich die Jugendlichen für das Projekt registrieren. Wenn die Registrierungsfrist verstrichen ist, solltest du alle Registrierungen durchgehen und eine Gruppe zusammenstellen, welche die demografische Verteilung im Kontext Ihres Projekts widerspiegelt (z. B. Schulbezirk, Stadt oder Region). Um sicherzustellen, dass nur die ausgewählten Jugendlichen an den Online-Aktivitäten teilnehmen, kannst du auf OPIN einen privaten Prozess aufsetzen. Weitere Informationen hierzu findest du in den OPIN-Bedienungsanleitungen!

 

Beispiel: Sozio-demografische Kriterien

  • Geschlecht
  • Altersgruppe (z. B. 15-20, 21-25 und 26-30) 
  • Geografisches Gebiet
  • Bildungsniveau
  • Beruf (z. B. wenn an dem Projekt junge Menschen beteiligt sind, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben)  
  • Andere kontext- oder projektspezifische Kriterien

 

Um eine heterogene Gruppe junger Menschen zu rekrutieren, kannst du auch mit den Schulen vor Ort, Sportvereinen oder dergleichen zusammenarbeiten. So kannst du auch junge Menschen erreichen, die sich normalerweise nicht an solchen Aktivitäten beteiligen.


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