Missverständnis Nr. 1: Digitale Beteiligung ist ein Selbstläufer

Jetzt haben wir das Internet, jetzt beteiligen sich alle – enttäuscht wird, wer zu hohe Erwartungen hat: Wer glaubte, dass durch die bloße Mög-lichkeit von digitalen Beteiligungs-verfahren die Teilnehmerzahlen in die Höhe schnellen würden, musste zwangsläufig einen Dämpfer erfahren. Denn „das Internet“ macht nichts „von alleine“, es kann als zusätzlicher Kanal dienen. Digitale Beteiligungsverfahren sind daher nicht per se besser oder erfolgreicher als analoge. Bei aller Ernüchterung wird häufig übersehen, dass die Schwierigkeiten nicht an der Digitalität eines Beteiligungsverfah-rens liegen, sondern dass es sich um allgemeine Herausforderungen von Partizipation handelt. Dazu gehört vor allem die Mobilisierung: Nur wenn ich überhaupt erfahre, dass es ein Betei-ligungsverfahren gibt, kann ich da-ran teilnehmen. Nur wenn ich zudem das Thema für relevant und dringlich halte, ist es wahrscheinlich, dass ich daran teilnehme. Diese wichtigen Er-folgskriterien gelten analog genauso wie digital. Erst wenn diese Kriterien erfüllt sind, spielt letztlich die Frage eine Rolle, über welchen Kanal ich mich beteilige. Dann bieten digitale Beteiligungsverfahren deutliche Vor-teile: Unabhängig von Zeit und Raum können sich Menschen sozusagen vom Sofa aus beteiligen!

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