Neues Verständnis: Digitale Be­teiligung ist ein Lernprozess

Im Jahr 2001 nutzten 20 Prozent der deutschen Bevölkerung Online-Ban-king, im Jahr 2013 waren es 45 Pro-zent. Der Weg dahin war ein Prozess: Die Nutzer haben nach und nach die Möglichkeit wahrgenommen, sie aus-probiert, sich daran gewöhnt und Ver-trauen gewonnen. Heute können sich viele nicht mehr vorstellen, mit Über-weisungsträger zur Bankfiliale zu ge-hen. Doch anderen steht dieser Kanal weiterhin zur Verfügung. Ähnliches gilt für die ePartizipation. Sie erfor-dert einen Lernprozess und zwar auf beiden Seiten. Die öffentliche Hand muss Beteiligungsverfahren evalu-ieren und weiterentwickeln: Was hat schon gut geklappt, was können wir besser machen? Dabei ist es wichtig, die generellen Herausforderungen wie Information, Mobilisierung und Trans-parenz nicht aus den Augen zu ver-lieren. Auf der anderen Seite müssen auch die zu Beteiligenden in die Rolle des souveränen, digitalen Bürgers hi-neinwachsen und beispielsweise den Umgang mit digitalen Beteiligungs-tools lernen. Mit dem zunehmenden Digitalisierungsgrad in Deutschland steigt die Bedeutung von und der Anspruch an digitale Beteiligungsver-fahren. Doch der Ausgangspunkt für Kritik und Hoffnung ist und bleibt der-selbe: Wer über ePartizipation nach-denkt, muss immer auch über Parti-zipation im Allgemeinen nachdenken – das E kommt dann als Tüpfelchen noch obendrauf

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